«Bossys» Top 3

Für mehr Spass auf dem Platz

André Bossert ist der erfolgreichste Playing Professional der Schweiz und hat als einer von nur neun Spielern weltweit die «Triple Crown of European Golf» erreicht – mindestens je einen Sieg auf der European Tour, der Challenge Tour und der Senior Tour. Der 53-Jährige ist Botschafter des Swiss Seniors Open und des Grand Resort Bad Ragaz. Im Vorfeld seines Heimturniers auf der Senior Tour verrät «Bossy» seine Top 3 für mehr Spass und Erfolg auf dem Golfplatz.

1) Brustwirbelsäule mobilisieren und besser drehen

Um den Schläger lehrbuchmässig zu schwingen und gutes Golf zu spielen, muss der Körper stark und beweglich sein. Ein stabiler Golfschwung setzt starke Muskeln in Beinen, Rumpf und Schulterblatt voraus – und er verlangt ein ausreichendes Mass an Beweglichkeit der Muskeln im Bereich von Knöcheln, Hüfte, Schultern, Brust- und Halswirbelsäule. Um dies zu erreichen, empfehle ich Golfern ein ausgewogenes Krafttraining. Wer mit minimalem Aufwand etwas für seine Golffitness tun möchte, sollte Po- und Hüftmuskulatur sowie den Rumpf stärken.

Für eine saubere Rotation im Rückschwung müssen die Muskeln im mittleren Rücken mobilisiert werden. Mein Tipp: Bevor ich auf der Range mit dem Training beginne oder auf den Platz gehe, rolle ich meine Wirbelsäule über eine Pilates-Rolle oder zwei in eine Socke gestopfte Tennisbälle. Danach mache ich Rotationsbewegungen, um die Wirbelsäule auf die Schwungbewegung mit dem Schläger vorzubereiten. Dieses Aufwärmritual aktiviert jene Gelenke und Muskeln, die für den Golfschwung besonders relevant sind.

2) Konstantes Energieniveau und höchste Konzentration bis zum letzten Putt

Eine 18-Loch-Runde dauert – das Aufwärmen eingeschlossen – fünf Stunden. Ohne Nahrung und Flüssigkeit aufzunehmen, ist es nicht möglich, über eine so lange Zeitspanne seine Höchstleistung abzurufen. Deshalb ist es ratsam, Proviant einzupacken. Die grosse Frage ist, was? In erster Linie sicher Wasser, es verhindert das Dehydrieren des Körpers. Je nach Temperatur trinke ich einen bis zwei Liter während der Runde. Im Sommer mische ich gerne elektrolytische mit kohlenhydrathaltigen Getränken, um dem Körper jene Stoffe zurückzugeben, die er durch Schwitzen verliert.

In meinem Bag finden sich immer auch ein Ultra-Energy-Gel, das mich auf dem Platz schnell, unkompliziert und langanhaltend mit Energie versorgt, sowie eine Tüte mit verschiedenen Nüssen und getrockneten Preiselbeeren, die Proteine und lebenswichtige Öle enthalten. Ab und zu esse ich eine Frucht; eine mit tiefem glykämischen Index, damit der Zucker langsamer abgebaut wird. Mein Energieniveau soll über die gesamte Runde konstant sein, dadurch kann ich auch die Konzentration hoch halten. Energie und Konzentration sind wesentliche Komponenten, um gutes Golf zu spielen.

3) Mit Routine gegen die Nervosität am ersten Abschlag

Bei der Vorbereitung auf eine Golfrunde folge ich einer strikten Routine. So, wie ich auch auf dem Platz bei jedem einzelnen Schlag die stets gleiche Pre-Shot-Routine anwende. Ich beginne mit ausgiebigem Aufwärmen des Körpers, schlage danach auf der Range Bälle, mache ein paar Chips und Putts, dann geht’s ab zum ersten Abschlag. Diese Vorbereitung läuft immer nach dem gleichen Muster ab und dauert 45 Minuten. In dieser Dreiviertelstunde stimmen sich Körper und Geist ein und werden bereit, um rauszugehen auf den Platz und Golf zu spielen. Sollte ich vor der Runde leicht nervös sein, hilft mir eine Visualisierungsübung ruhig zu werden.

Im Geist spiele ich die ersten paar Löcher des Platzes: Ich visualisiere vor meinem geistigen Auge den Schlag vom ersten Tee, der grossartig gelingt. Auch der zweite Schlag ist grossartig, der Putt ebenfalls, so geht es weiter, Schlag für Schlag. Wenn ich dann auf dem ersten Abschlag stehe, fühle ich mich, als hätte ich wirklich schon einige Löcher gespielt. Mein Tipp: Ich bringe mich bereits auf dem Putting-Grün in den sogenannten Spielmodus, indem ich den Ball markiere, den Putt lese, den Ball zurücklege und erst dann putte – genau so, wie ich das auf dem Platz mache. Wenn es tatsächlich losgeht und ich an der Reihe bin, meinen ersten Schlag zu machen, gehe ich durch meine normale Pre-Shot-Routine; das entspannt mich und hilft mir darauf zu fokussieren, in diesem Moment den besten Schlag zu machen, den zu machen, ich fähig bin.

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