José Coceres gewinnt das Swiss Seniors Open

Der 55-jährige José Coceres hat sich als erster Argentinier seit 15 Jahren zum Sieger des Swiss Seniors Open in Bad Ragaz gekrönt. Er distanzierte eine Gruppe von fünf Verfolgern um zwei Schläge.

Coceres hatte das 54-köpfige Feld an dem mit 320'000 Euro dotierten Turnier der europäischen Senioren-Tour weder nach der ersten noch nach der zweiten Runde angeführt. Aber am Schlusstag nutzte er die Tatsache, dass die führenden Peter O'Malley aus Australien und Andrew Oldcorn aus Schottland leichte Schwächen zeigten und nur je eine Par-Runde von 70 Schlägen ins Clubhaus brachten. Coceres spielte unterdessen mit 14 Pars und vier Birdies sehr solide. Er zog an O'Malley und Oldcorn vorbei.

José Coceres

Coceres war nebst dem Waliser Ian Woosnam der am höchsten dekorierte Professional im Feld. Er siegte in den Neunzigerjahren zweimal auf der European Tour und in seinem besten Jahr, 2001, zweimal sogar auf dem hochdotierten amerikanischen Circuit, der US PGA Tour. Trotzdem bedeutet ihm der erste Erfolg bei den Ü50-Golfern sehr viel: «Es ist wunderbar hier in Bad Ragaz. Es erinnert mich auch an Crans-Montana, wo ich oft gespielt habe und wo ich Freunde habe. Der Sieg hier ist auch eine Bestätigung für meine gute Arbeit.»

José Coceres ist ein geselliger Mensch. Er unterhielt die Zuschauer an der Siegerehrung, die wegen eines Gewitters ins Clubhaus hatte verlegt werden müssen, bestens. Da es mit seinem Englisch nicht zum Besten bestellt ist, begann er die Ansprache des Siegers so, wie die Rede üblicherweise aufhört: «See you next year.» Noch lange nach dem Turnier klatschte er mit Dutzenden von freiwilligen Helfern ab. Dass er nach Bad Ragaz zurückkehren werde, bestätigte er anschliessend in TV-Interviews. Sein Sohn Marcos, der den Vater als Caddie über den Platz begleitete und später den grossformatigen Siegercheck über 48'000 Euro einpackte, wird ihn auch 2020 zur Titelverteidigung nach Bad Ragaz begleiten. Denn: «Dieser Sieg ist umso schöner, als meine Liebsten dabei sind», sagte Coceres, als er nach Gewitterende wieder auf dem ersten Abschlag stand und mit der Sonne um die Wette strahlte.

 


 

Mit einem Sieg 2020 würde José Coceres wie sein Landsmann Horacio Carbonetti (2003 und 2004) das Double schaffen. Nur der Schotte David Huish (2000, 2001) und der Engländer Carl Mason (2007, 2008) triumphierten in Bad Ragaz ebenfalls in zwei Jahren in Folge.

Der Südfranzose Jean-François Remésy hatte an diesem Wochenende die Spielstärke, um als Vorjahressieger ein solches Double sicherzustellen. Am Samstag und am Sonntag war er mit 66 respektive 64 Schlägen der beste Spieler im Feld. Aber die 71er-Runde vom Freitag stellte sich als zu grosse Hypothek heraus. Remésy konnte die Lücke nicht mehr ganz schliessen und wurde geteilter Zweiter – schlaggleich beispielsweise mit Peter O'Malley und dem früheren Ryder-Cup-Spieler Peter Baker aus England.

Der ehemalige US-Masters-Champion Woosnam, der Stargast des Turniers, drehte am Schlusstag mit 65 Schlägen auf und verbesserte sich in den 9. Rang.

Bossert benötigt Praxis

Für den 55-jährigen Zürcher André Bossert machte sich die ungewohnt geringe Turnierpraxis der letzten Monate bemerkbar. «Eigentlich kann ich mir niemals vorstellen, dass ich auf diesem Platz, den ich so gut kenne, ein Runde über Par spielen kann», sagte «Bossy» hinterher. Dennoch ist es ihm am SSO-Wochenende 2019 zweimal passiert. Nach einer 73 (3 über Par) am Sonntag musste er sich mit dem 40. Platz zufriedengeben. Diese Rangierung teilte sich «Bossy» mit dem Bad-Ragaz-Champion von 2013, dem Engländer Paul Wesselingh, der seit knapp zwei Jahren in Maienfeld wohnt und damit Heimvorteil geniesst.

Ebenfalls nicht nach Wunsch lief es diese Woche Markus Brier. Der Wiener, der in Bad Ragaz und Umgebung Freunde und viele Fans hat, bezeichnet das Swiss Seniors Open als sein «zweites Heimturnier». Die Schlussrunde von zwei unter Par am Sonntag war versöhnlich, Platz 33 für «Maudi» aber doch eher enttäuschend.


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