Bad Ragaz, 8. Juli 2017

Holt Mark Mouland als erster Waliser den Ragazer Kristallpokal?

Mark Mouland baut seine Führung beim 21. Swiss Seniors Open aus. Vor der Finalrunde liegt Mouland drei Schläge vor dem Verfolgerquartett und hat gute Chancen als erster Waliser in Bad Ragaz zu triumphieren. Turnierbotschafter André Bossert dagegen muss seinen ersten Heimsieg auf der Senior Tour um ein weiteres Jahr vertagen. Im Rahmen des «Birdies for Good»-Programms brachten am Samstag zwölf Birdies auf Loch 3 weitere Spenden ein.

Der «moving day» brachte beim 21. Swiss Seniors Open keine all zu grossen Verschiebungen in der Rangliste, aber an der Spitze lichtete sich das Feld etwas. Führten nach dem ersten Tag drei Spieler das Feld an, liegt nach zwei bogeyfreien Runden der Waliser Mark Mouland mit einem Gesamtscore von 12 unter Par alleine in Front. Im folgen vier Profis mit jeweils drei Schlägen Rückstand: der amerikanische Titelverteidiger und zweifacher Swiss-Seniors-Open-Champion Tim Thelen, der im Zürcher Oberland wohnhafte Engländer Paul Wesselingh (Sieger 2013), der wenig bekannte Amerikaner Clark Dennis und der Schotte Andrew Oldcorn.

Letzterem gelang auf Loch 18 der Schlag des Tages: Nachdem er den zweiten Schlag links in den Bunker verzogen hatte, lochte Oldcorn aus dem Sand ein, wobei sein Ball Mitte Grün landete und rund zehn Meter über eine Kuppe ins Loch rollte. Frenetischer Beifall und ein seltenes Jubelbild des ansonsten eher mürrischen Schotten.

Mouland zeigte sich nach Abschluss der zweiten Runde überglücklich: «Zwei bogeyfreie Runden in Serie habe ich in meiner gesamten Karriere noch in keinem Turnier geschafft. Ich hoffe, das geht am Sonntag so weiter. Die Bedingungen sind perfekt; es ist zwar sehr heiss, aber der Platz ist in perfektem Zustand. Ich denke, die Scores werden auch in der Finalrunde tief sein.» Wenn es weiter so läuft, könnte sich Mouland zum ersten walisischen Sieger in Bad Ragaz küren. Und damit beim Swiss Seniors Open aus dem Schatten seine Landsmanns Ian Woosnam treten, der als «personal best» in der Ostschweiz einen dritten Platz aus dem Jahr 2012 ausweist.

 

Das Finale am Sonntag

Im Leaderflight wird Mouland am Sonntag um 11.07 Uhr gemeinsam mit zwei ehemaligen Bad-Ragaz-Champions – Tim Thelen und Paul Wesselingh – auf die Runde gehen. Wesselingh, der beruflich öfters in der Ostschweiz ist, strahlte am Samstag nach der Runde: «Endlich läufts wieder. Ich habe die letzten Monate kleinere Probleme gehabt und bin nicht wirklich in die Gänge gekommen.»


André Bossert hofft auf versöhnliche Schlussrunde

Turnierbotschafter André Bossert spielte am Samstag zwei Schläge besser als in der Auftaktrunde, aber mit dem Gesamtergebnis von Par liegt er im fünften Sechstel der Zwischenrangliste. Vieles erinnert bisher auf den Auftritt vor zwei Jahren, als Bossert ähnlich verhalten anfing und sich mit dem Platzrekord von 61 Schlägen (9 unter Par) in den 8. Rang verbesserte. Nur zu gerne würde er seinen auch am Samstag in Scharen angerückten Fans am Heimturnier sein bestes Golf zeigen, aber er kann es sich nicht aussuchen. «Aber es ist schon fantastisch», sagte er nach dem zweiten Umgang. «Ich hatte heute schon wieder eine irrsinnig gute Unterstützung, und dies trotz meines mittelmässigen oder schlechten Ergebnisses am ersten Tag.» Bossert wird am Sonntag noch einmal alles versuchen. «Ich will einfach noch eine gute Runde spielen. Wenn ich schon früh drei oder vier unter Par liege, wird es vielleicht noch ein paar Zuschauer mehr anziehen.» Pessimismus hört sich anders an.

«Bossy» ist nicht der Professional, der über Verletzungen und «Bobos» zu jammern pflegt. Und so schiebt er die Leistung der zweiten Runde nicht auf die Verstauchung im linken Fuss, die er sich letzte Woche zugezogen hat. Beim Aufwärmen spürte er die Blessur wieder – und danach den ganzen Tag immer wieder. «Sicher ist es nichts Schlimmes», sagte er. «Und sicher hat die mässige Runde nichts damit zu tun. Auf der Runde waren ein paar Annäherungsschläge mit den Wedges nicht gut. Vielleicht hing es damit zusammen, dass ich die Gewichtsverlagerung auf das linke Bein nicht ausführen konnte, ohne dass ich es spürte.»

Zwölf «Birdies for Good»

Im Rahmen des «Birdies for Good»-Programms, bei dem Hauptsponsor Credit Suisse für jedes auf Loch 3 gespielte Birdie eine Spende an eine gemeinnützige Organisation entrichtet, konnten in Runde zwei zwölf «Vögelchen» gezählt werden – eines mehr als am ersten TAg. Auch Esteban Toledo hat auf der Drei ein Birdie beigesteuert und freute sich über die Charity: «Grossartig, wenn wir mit unseren Birdies Kinder unterstützen können.» Wie sehr sich der erfolgreichste mexikanische Golfer engagiert, ist auf der Swiss-Seniors-Open-Facebookseite in einem Video zu sehen. Nun sind die Fans am Zug – mit jedem Kommentar, Like und Teilen kommt man der Verdoppelung des Spendenbetrags einen Schritt näher. 120 solcher Interaktionen sind gefragt.

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